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Der Beteiligungsprozess Bildungsland Sachsen-Anhalt 2035 des Bildungsministeriums

In den vergangenen Monaten haben sich zahlreiche Bildungsakteure im Rahmen des Beteiligungsprozesses intensiv mit der Zukunft von Schule und Bildung in Sachsen-Anhalt auseinandergesetzt. Im Rahmen der Regionalforen wurden unterschiedliche Perspektiven eingebracht, Ideen entwickelt, Herausforderungen benannt und erste Lösungsansätze diskutiert. 

Grundlage des Beteiligungsprozesses bildeten die vier zentralen Handlungsbereiche der Expertenkommission

  • Zeitgemäßes Lernen in einer Kultur der Digitalität  
  • Chancengerechte Schule  
  • Eigenständige Schule  
  • Qualifizierung des Personals  

Hier wurden im Rahmen der Regionalforen 181 Maßnahmenvorschläge erzeugt, die im Landesschulbeirat und gemeinsam mit dem Ministerium unter dem Blickwinkel Aufwand und Wirksamkeit für die Schulen gebündelt wurden. Diese gebündelten Erkenntnisse sind wiederum als Themen in die folgenden Dialogstationen für die Bildungskonferenz eingeflossen:

  1. Partizipative Kultur der Bildungslandschaft Sachsen-Anhalt: Gemeinsam wurde ein Zielbild entwickelt, wie Beteiligung, Kooperation und Verantwortung in der Schullandschaft Sachsen-Anhalts gelebt werden sollen.
  2. Zukunftskompetenzen: Welche Fähigkeiten brauchen Kinder und Jugendliche, um die Herausforderungen einer sich wandelnden Welt erfolgreich zu meistern? Im Workshop richteten wir den Blick auf Kompetenzen wie kritisches Denken, Kreativität, soziale Fähigkeiten, Resilienz sowie den reflektierten Umgang mit digitalen Technologien und KI.
  3. Berufseinstieg Lehramt: Qualifizierung und Seiteneinstiege: Wie können ausreichend Menschen dafür gewonnen werden, als Lehrerin und Lehrer in Sachsen-Anhalt zu arbeiten? Im Workshop diskutierten wir Wege in den Lehrerberuf, die Rolle von Qualifizierungsangeboten und die Potenziale von Seiteneinstiegen.
  4. Schulen sichern und Handlungsspielräume ausbauen: Wie können Schulen trotz demografischem Wandel nah bei den Kindern und Jugendlichen bleiben? Im Workshop nahmen wir bestehende Entwicklungen, Erfahrungen und Ideen zur Sicherung von Schulstandorten und zur Stärkung schulischer Handlungsspielräume in den Blick.
  5. Unterstützungsstrukturen für Schülerinnen und Schüler und multiprofessionelle Teams: Welche Unterstützung brauchen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Hintergründen, Lebenslagen und Bedürfnissen? Im Workshop betrachteten wir die Zusammenarbeit verschiedener Professionen sowie die Unterstützungsangebote.
  6. Demokratiebildung (Hauptthema aus dem Landesschülerrat): Wie kann Demokratiebildung im Schulalltag fest verankert werden – nicht als einzelnes Fach, sondern als gelebte Haltung und Praxis? Im Workshop nahmen wir bestehende Entwicklungen, Erfahrungen und Ideen in den Blick und entwickeln daraus ein gemeinsames Zielbild. Dabei ging es darum, wie demokratische Beteiligung, Verantwortung und Mitgestaltung im Alltag der Schule sichtbar und erfahrbar werden können.

Die Bildungskonferenz diente dazu, aus den Ergebnissen des Beteiligungsprozesses ein gemeinsames, handlungsleitendes Zielbild für das „Bildungsland Sachsen-Anhalt 2035“ zu verdichten, zu schärfen und sichtbar zu machen. Es bündelt zentrale Zukunftsvorstellungen, gemeinsame Orientierungspunkte und relevante Spannungsfelder. Es dient dem Ministerium und den Akteuren im Bildungssystem als handlungsleitende Vision, um weitere Schritte im Prozess auszurichten, Kommunikation zu ermöglichen und gemeinsame Bezugspunkte für die Weiterentwicklung von Schule in Sachsen-Anhalt zu schaffen.

Der Blick nach vorn: Vom Beteiligungsprozess zur Beteiligungskultur

Der Beteiligungsprozess endet nicht mit einer Konferenz oder einem Zielbild. Es ist vorgesehen, die Erfahrungen und Ergebnisse dauerhaft zu verankern. Die Stabsstelle Bildungsstrategie und Beteiligung Sachsen-Anhalt 2035 soll dafür sorgen, dass Beteiligung nicht punktuell bleibt, sondern strukturell verankert wird.

Sie versteht sich als Schnittstelle zwischen Bildungsverwaltung, Bildungscommunity, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und kommunaler Ebene.

Ihre Aufgabe ist es, Vernetzung zu fördern, Transparenz zu schaffen, kurz-, mittel- und langfristige Zielsetzungen zu skizzieren, gemeinsame Lösungen zu unterstützen und Beteiligung langfristig zu ermöglichen.

Gestaltungsideen für den Schulalltag – Ihre Anregungen sind gefragt

Bildungsminister Jan Riedel setzt auf Dialog und die Beteiligung aller, denen Schule am Herzen liegt, denn: Schule ist vielfältig – und gute Ideen entstehen oft dort, wo täglich gelernt und gearbeitet wird.

Wir möchten Anregungen sammeln, die den Schulalltag sinnvoll unterstützen und Impulse für die Personalgewinnung und -bindung geben können.

Deshalb laden wir Sie herzlich ein, uns Ihre konkreten Vorschläge zur Verbesserung des Schulalltags und zur Stärkung der Personalversorgung mitzuteilen. Wenn Sie Ideen haben, wie Schule organisatorisch, strukturell oder praktisch entlastet und weitergedacht werden kann, freuen wir uns über Ihre Teilnahme per Umfragetool:

https://umfragen.schulen-managen.de/487928?lang=de

Wir freuen uns über jede konstruktive Anregung. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aufgrund der Vielzahl an Einsendungen nicht auf jede Nachricht individuell antworten können. Ihre Ideen werden jedoch sorgfältig geprüft und fließen – wo möglich – in unsere weitere Arbeit ein. Vielen Dank für Ihr Engagement!

Grußwort des Bildungsministers Jan Riedel

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Schülerinnen und Schüler,
geschätzte Lehrkräfte und Eltern,

mit Beginn meines Amtes als Minister für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt übernehme ich eine verantwortungsvolle Aufgabe, der ich mit Respekt und Entschlossenheit begegne. Nach vielen Jahren als Schulleiter weiß ich, wie entscheidend gute Bildung für unsere Gesellschaft ist – und wie sehr sie vom Engagement aller Beteiligten lebt. Ich kenne die täglichen Herausforderungen, aber auch die täglichen Leistungen jeder und jedes Einzelnen.

Mein Ziel ist es, gemeinsam unsere Schulen weiter zu stärken und für Verlässlichkeit und Qualität in Schule und Ausbildung zu sorgen. Gute Bildung lebt vom Engagement der Akteure vor Ort, die wir stärken wollen – dafür stehe ich ein.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen, denen unsere Schulen, unsere Kinder und die Zukunft unseres Landes am Herzen liegen – und auf einen offenen, konstruktiven Dialog mit allen, die unsere Bildungslandschaft mitgestalten.

Jan Riedel
Minister für Bildung des Landes Sachsen-​Anhalt