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Internationale Bildung eröffnet Einblicke in andere Kulturen und Bildungssysteme. Austausch und Mobilität fördern Weltoffenheit, interkulturelle Kompetenzen und globale Perspektiven.

Interkulturelle Kompetenzen fördern

Schulisches Lernen muss in der heutigen Zeit stärker denn je berücksichtigen, dass einerseits immer mehr Menschen anderer Kulturen in unserer Gesellschaft leben und andererseits die internationalen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Vernetzungen das berufliche und private Leben jedes einzelnen Menschen immer intensiver durchdringen. Im Zuge der Globalisierung und der europäischen Integration erhält der Austausch mit Partnern aus anderen Bildungssystemen eine besondere Bedeutung. Der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule, im § 1 des Schulgesetzes von Sachsen-Anhalt festgeschrieben, zielt deshalb unter anderem auf Wissenskompetenz und Weltoffenheit unserer Schülerinnen und Schüler.

Die internationalen und EU-Bildungsprogramme sind vor diesem Hintergrund wesentliche flankierende und unterstützende Unterrichtsmaßnahmen, um die Qualitätskriterien in der Bildungspolitik zu sichern und zu einer Verbesserung des Bildungs- und Ausbildungssystems beizutragen. Gefördert werden insbesondere Austausch- und individuelle Mobilitätsmaßnahmen im allgemeinbildenden schulischen und berufsbildenden Bereich.

Das Entscheidende dieser Maßnahmen sind die Prozesse, die zwischen den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern ablaufen und zur Reflexion innerer Haltungen gegenüber dem Unbekannten, Neuen, Gewöhnungsbedürftigen aus unterschiedlichen Nationen und Bildungssystemen führen.

Europaschulen machen es sich zur Aufgabe, Schülerinnen und Schüler auf ein Leben im gemeinsamen Haus Europa vorzubereiten. Sie fördern die europa­orientierte interkulturelle Kompetenz durch Wissensvermittlung, Begegnung und Dialog mit Menschen anderer Länder und Kulturen. Alle am Schulleben Beteiligten leisten damit einen herausragenden Beitrag zur weltoffenen Erziehung der jungen Menschen und zum weiteren Zusammenwachsen Europas.

Informationen zum Netzwerk der Europaschulen und länderübergreifende Kriterien für die Arbeit der Europaschulen

Der internationale Austausch im schulischen Bereich fördert die Völkerverständigung durch den internationalen Dialog und die internationale Begegnung, gibt Anregung zu verstärktem Fremdsprachenlernen und fördert Deutsch als Fremdsprache im Ausland.

Für die Planung, Durchführung und Auswertung der Maßnahmen und Programme ist der Pädagogische Austauschdienst im Auftrag der Bundesländer zuständig. Weitere Fördermöglichkeiten bieten das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) und das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW). Spezielle Angebote für den internationalen Austausch im Bereich der beruflichen Bildung macht außerdem das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Eine weitere Möglichkeit für den Austausch in der beruflichen Bildung bietet das Deutsch-Französische Sekretariat (DFS).

Pädagogische Austauschdienst

Deutsch-Französisches Jugendwerk

Deutsch-Polnisches Jugendwerk

Bundesinstitut für Berufsbildung

Berufsbildung ohne Grenzen

Deutsch-Polnische Gesellschaft

Wachsende globale Probleme lassen sich nicht national eingrenzen, sie stellen eine Herausforderung an die Bildungsarbeit der Schulen und der privaten Entwicklungszusammenarbeit (NGO) für die „Eine Welt“ dar. Bei der Erziehung zur gemeinsamen Verantwortung für die "Eine Welt" ist auch die Schule gefordert, die Komplexität der zu lösenden Probleme und ihre existentielle Relevanz darzustellen. Diese Erziehungsaufgabe ist insgesamt so bedeutsam, dass sie Bestandteil der Allgemeinbildung sein muss und der besonderen Berücksichtigung bei der beruflichen Ausbildung bedarf.

Sie setzt neben Wissensvermittlung eine verstärkte Handlungsorientierung des Unterrichts voraus, um neben dem Problembewusstsein im Sinne globaler Verantwortung die eigene Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Die Offenheit vieler junger Menschen gegenüber kultureller Vielfalt in der Welt, der Wille zur Völkerverständigung und die Friedensfähigkeit sind zu nutzen und zu fördern. Dies bedingt selbstverständlich auch, dass die eigene Kultur und die sie bedingenden Werte bewusstgemacht werden.

Schlüsselprobleme wie Fremdenhass, Krieg und Frieden, Menschenrechte, Ökologie, Gesundheit, Armut und Existenzfragen, verdeutlichen die Relevanz der gemeinsamen globalen Verantwortung hinsichtlich einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen nachhaltigen Erziehung.

UNESCO-Projektschulen leben aktiv das Ziel der UNESCO - die Erziehung zu internationaler Verständigung und Zusammenarbeit - in ihrem unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Wirken. Der Grundsatz der Arbeit ist dabei das Eintreten für eine Kultur des Friedens im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dabei orientieren sie sich an folgenden Leitlinien, den sogenannten „sechs Säulen" der UNESCO-Arbeit. Der Weg zur Anerkennung als UNESCO-Projektschule ist lang und an die Erfüllung hoher Standards gebunden. Er steht grundsätzlich allen Schulformen, aber auch Einrichtungen der frühkindlichen Bildung offen.

Nach einer mehrjährigen Bewährungszeit kann die Schule den Antrag auf Anerkennung und Aufnahme in das internationale Netzwerk (ASP) der UNESCO-Projektschulen stellen.

Die kontinuierliche Arbeit im Sinne der UNESCO-Leitlinien muss an jeder Schule in einem jährlichen Bericht dokumentiert werden. Alle fünf Jahre wird vom jeweiligen Regionalkoordinator in Abstimmung mit dem Bildungsministerium überprüft, ob die Voraussetzungen für den Erhalt des Titels als mitarbeitende oder anerkannte UNESCO-Projektschule noch gegeben sind.

Die Arbeitsschwerpunkte des Netzwerks orientieren sich am jeweiligen Jahresthema der UNESCO. Vertreter aller Schulen der UNESCO-Schulen Sachsen-Anhalts treffen sich mindestens zweimal jährlich auf einer 1,5tägigen Regionalkonferenz. Darüber hinaus vertritt eine Auswahl von Schulvertretern die UNESCO-Projektschulen Sachsen-Anhalts auf der jährlichen Fachtagung des Bundesnetzwerks.