Ziel ist es, den Praxisbezug im Unterricht weiter zu stärken, indem die bereits im Schulgesetz verankerten Praxislerntage gezielt an Sekundar-, Gemeinschafts-, Gesamt- und Förderschulen ausgebaut und als fester Bestandteil des Schullebens etabliert werden – gerade an diesen Schulformen, die vor besonderen personellen und organisatorischen Herausforderungen stehen. So sollen die Schülerinnen und Schüler noch gezielter auf das Leben und Arbeiten vorbereitet werden.
Mit der Vereinbarung bekräftigen die Partner ihr Ziel, mehr Schulen und Unternehmen für die Teilnahme an den Praxislerntagen zu gewinnen. Die Praxislerntage ermöglichen Schülerinnen und Schülern, schulisch erworbenes Wissen frühzeitig in der Praxis anzuwenden und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Ausbildungsreife und zum erfolgreichen Übergang von der Schule in die Berufsausbildung.
Sven Schulze, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt: „Ich will, dass Schule noch stärker auf das Leben vorbereitet. Junge Menschen sollen früh erfahren, wie Betriebe arbeiten, welche Berufe es gibt und welche Chancen direkt vor ihrer Haustür liegen. Deshalb bauen wir die Praxislerntage gemeinsam mit Schulen, Kammern und Unternehmen weiter aus. Wer eigene Erfahrungen sammelt, entdeckt Stärken, gewinnt Selbstvertrauen und findet leichter seinen Weg. Für mich ist klar: Gute Bildung schafft Perspektiven. Und genau diese Perspektiven wollen wir jungen Menschen in Sachsen-Anhalt eröffnen.“
Jan Riedel, Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt: „Praxislerntage sind ein wichtiger Bestandteil eines lebendigen und vielfältigen Unterrichts. Sie ermöglichen es, Lernorte zu öffnen und Unterrichtsinhalte an einem anderen Ort, außerhalb des Klassenzimmers, in neuen Kontexten zu erleben. So werden schulische Themen greifbar und erfahrbar, und die Schülerinnen und Schüler können ihre erlernten Kompetenzen und ihr Wissen in realen Situationen anwenden und weiterentwickeln. Das stärkt nicht nur die Motivation, sondern auch die Qualität des Lernens insgesamt.“
Klaus Olbricht, Präsident der IHK Magdeburg: „Die Einführung von Praxislerntagen in Sachsen-Anhalt ist ein wichtiger Schritt, um junge Menschen frühzeitig mit der Arbeitswelt in Kontakt zu bringen. Viele Schüler kennen die vielfältigen Ausbildungs- und Karrierechancen in den Unternehmen unserer Region noch nicht ausreichend. Praxislerntage schaffen die Möglichkeit, Berufe unmittelbar kennenzulernen, eigene Talente zu entdecken und fundierte Entscheidungen für die berufliche Zukunft zu treffen.“
Prof. Dr. Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau: „Praxislerntage sind eine hervorragende Möglichkeit, jungen Menschen frühzeitig Einblicke in die vielfältigen beruflichen Perspektiven unserer Region zu geben. Wer Betriebe und Berufe unmittelbar erlebt, kann fundiertere Entscheidungen für seinen weiteren Bildungs- und Berufsweg treffen. Gleichzeitig schaffen wir wichtige Kontakte zwischen Unternehmen und potenziellen Fachkräften von morgen – ein Gewinn für die Jugendlichen ebenso wie für unsere Wirtschaft.“
Andreas Dieckmann, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg: „Praxislerntage sind für das Handwerk ein wichtiger Schlüssel, um junge Menschen frühzeitig mit der Arbeitswelt in Kontakt zu bringen. Wer im Betrieb erlebt, wie vielfältig, modern und sinnstiftend Handwerk ist, trifft seine Berufswahl sicherer — und findet eher den passenden Ausbildungsweg. Für unsere Betriebe bedeutet das: mehr Orientierung bei den Jugendlichen, bessere Ausbildungsreife und eine stärkere Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft. Von der Ausweitung erhoffen wir uns, dass noch mehr Schulen und Unternehmen mitmachen und Praxislernen zu einem festen Baustein der Berufsorientierung in Sachsen-Anhalt wird.“
Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle: „Die Praxislerntage auf freiwilliger Basis können die zweiwöchigen Betriebspraktika, die alle Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit absolvieren, ergänzen. Dabei erhalten sie am außerschulischen Lernort wertvolle Einblicke in die Betriebspraxis und bearbeiten vor Ort Aufgaben der Schule. Entscheidend für den Erfolg ist eine gute Vor- und Nachbereitung durch die zuständige Schule.“
Marco Langhof, Arbeitgeberpräsident Sachsen-Anhalt: „Erst dem Mitarbeiter im Betrieb über die Schulter schauen und dann selbst mit anpacken und lernen - das muss die Praxislerntage ausmachen. Wenn Betriebe, Lehrer und Schüler diesen Weg gehen, kann er für alle zum Erfolg führen. Wenn Jugendliche früh Unternehmen kennenlernen und wissen, was die Mitarbeiter dort tun, können sie sich selbst ein Bild machen. Und dann können sie selbst entscheiden, welche Arbeit, welcher Job passt zu mir und macht mir Spaß. Ein erster und wichtiger Schritt in die eigene Zukunft.“
Zur Umsetzung der Ziele wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet, die unter anderem Handreichungen für Schulen und Unternehmen erarbeiten, das Berichtsheft „Praxislerntage“ überarbeiten und die gemeinsame Werbung für das Angebot intensivieren wird. Die wesentlichen Aufgaben sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf drei Jahre angelegt und kann bei Bedarf verlängert werden.

