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Demokratiebildung an Schulen stärken: Fachtag in Magdeburg diskutiert Strategien gegen antidemokratische Haltungen

Mehr als 130 Akteurinnen und Akteure aus Schule, Jugendhilfe, Kommune und Politik aus ganz Sachsen-Anhalt kamen in der IHK Magdeburg zum Fachtag „Demokratiebildung an Schulen“ zusammen.

Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie Schulen junge Menschen stärker an demokratischen Prozessen beteiligen können und wie Fachkräfte mit antidemokratischen Haltungen unter Jugendlichen umgehen können. Der Fachtag unterstützte Fachkräfte aus Schule und Jugendhilfe dabei, Demokratiebildung dauerhaft im Schulalltag zu verankern und junge Menschen in demokratischen Lernprozessen professionell zu begleiten.

Demokratiebildung als Fundament schulischer Bildung

Das Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt stärkte Demokratiebildung zuletzt mit der Neuauflage der „Handreichung zur Demokratiebildung in der Schule“ im März 2025 sowie dem Erlass zu politischer Bildung und Rechtssicherheit für Schulen.

Bildungsstaatssekretär Jürgen Böhm unterstrich in seinem Grußwort auf dem Fachtag:

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt davon, dass Menschen sie erfahren, verstehen, mitgestalten und auch kritisch hinterfragen können. Schulen und außerschulische Lernorte sind dabei zentrale Erfahrungsräume, in denen junge Menschen Demokratie nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern praktisch erleben. Es werden Haltungen geprägt, Beteiligung eingeübt und Konflikte ausgehandelt. Demokratiebildung ist Querschnittsaufgabe im pädagogischen Alltag. Demokratiebildung bedeutet auch, stereotype oder defizitorientierte Perspektiven zu hinterfragen und junge Menschen ernsthaft an Entscheidungen zu beteiligen, die ihren Lebens- und Lernalltag betreffen.“

Ausgehend davon vermittelte der Fachtag mit Fachvorträgen und Workshops Hintergrundwissen und Handlungssicherheit für Fachkräfte aus Schule und Jugendhilfe.

Ursachen antidemokratischer Einstellungen im Fokus

Dr. Frank Greuel vom Deutschen Jugendinstitut ordnete ein, warum antidemokratische, rassistische und rechtsextreme Haltungen unter Jugendlichen so präsent sind. Ein Aspekt sei, dass junge Menschen häufig das Gefühl hätten, von Politik nicht gesehen zu werden. Populistische und extremistische Parteien knüpften hier an und stellten Demokratie als solches in Frage. 

Diese und andere Aspekte wurden in einem Fachgespräch zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, schulischer Praxis und Politik reflektiert. Angesichts des regen Austausches und der vielfältigen Perspektiven stand die Diskussionsrunde sinnbildlich für den Fachtag, der dazu beigetragen hat, Kooperationen zwischen schulischen und außerschulischen Akteuren zu fördern und gemeinsame Strategien für Demokratiebildung zu entwickeln.

Vernetzung und gemeinsame Strategien

Dabei wirkten auch ein Dutzend Organisationen und Gremien mit – darunter die Landeszentrale für politische Bildung und der Jugendkreistag Börde. Auf dem Markt der Möglichkeiten informierten sie über ihre Angebote und luden Schulsozialarbeitende, Lehrkräfte und Schulleitungen zur Zusammenarbeit ein.

Ein voller Erfolg wie Peter Johan Hamann, Sprecher der AG Demokratie, betonte: „Wir haben so viel positive Resonanz auf den Fachtag erhalten, sowohl in den Gesprächen hier vor Ort als auch durch die hohe Nachfrage. Das ist ein großartiges Signal! In Sachsen-Anhalt sind so viele engagierte Fachkräfte in den Schulen und außerschulisch tätig. So viele, die sich jeden Tag für ein demokratisches Miteinander einsetzen. Der Fachtag war ein wichtiger Impuls, sich daran zu erinnern und gegenseitig zu stärken.“

Hintergrund:

Über die Arbeitsgruppe Demokratie:

Die AG Demokratie ist ein Zusammenschluss von regionalen Netzwerkstellen für Schulerfolg und der landesweiten Koordinierungsstelle im ESF+-Programm „Schulerfolg sichern“. Die AG arbeitet daran, Schulen bei demokratischer Bildungsarbeit wirksam zu unterstützen und schulische Akteurinnen und Akteure zu vernetzen. Sie bindet hierbei gezielt demokratiefördernde Institutionen und Angebote ein. Erklärtes Ziel der AG ist es, dass Schulen Orte gelebter Demokratie bleiben und junge Menschen hier zu reflektierten Vertreterinnen und Vertretern eines vielfältigen und respektvollen Miteinanders heranwachsen.

Grußwort des Bildungsministers Jan Riedel

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Schülerinnen und Schüler,
geschätzte Lehrkräfte und Eltern,

mit Beginn meines Amtes als Minister für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt übernehme ich eine verantwortungsvolle Aufgabe, der ich mit Respekt und Entschlossenheit begegne. Nach vielen Jahren als Schulleiter weiß ich, wie entscheidend gute Bildung für unsere Gesellschaft ist – und wie sehr sie vom Engagement aller Beteiligten lebt. Ich kenne die täglichen Herausforderungen, aber auch die täglichen Leistungen jeder und jedes Einzelnen.

Mein Ziel ist es, gemeinsam unsere Schulen weiter zu stärken und für Verlässlichkeit und Qualität in Schule und Ausbildung zu sorgen. Gute Bildung lebt vom Engagement der Akteure vor Ort, die wir stärken wollen – dafür stehe ich ein.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen, denen unsere Schulen, unsere Kinder und die Zukunft unseres Landes am Herzen liegen – und auf einen offenen, konstruktiven Dialog mit allen, die unsere Bildungslandschaft mitgestalten.

Jan Riedel
Minister für Bildung des Landes Sachsen-​Anhalt