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Ganztägige Bildungsangebote verbinden Unterricht, Förderung und Freizeit. Sie schaffen zusätzliche Lern- und Lebensräume, die Schülerinnen und Schüler individuell unterstützen und stärken.

Lernen und Leben im Ganztag gestalten

Ganztägige Bildungsangebote spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Lernzeiten flexibler zu gestalten, individuelle Förderung auszubauen und Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Mit Blick auf die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wird in Sachsen-Anhalt die Ganztagsbildung in Grundschulen und weiterführenden Schulen systematisch weiterentwickelt. Ziel ist es, Lern- und Lebensräume zu schaffen, die Unterricht, Förderung und Freizeitangebote sinnvoll miteinander verbinden und auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingehen.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Errichtung von Ganztagsschulen ergeben sich aus § 12 des Schulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt. Dem folgend wurden im Runderlass "Die Arbeit in der öffentlichen Ganztagsschule" die Aufgaben und Ziele sowie die Anforderungen an das pädagogische Konzept und die Gestaltung festgelegt. Für die Ausgestaltung des außerunterrichtlichen Angebots in Form von Lern- und Übungsangeboten, Förderangeboten und Arbeitsgemeinschaften arbeiten die Schulen aktiv mit außerschulischen Kooperationspartnern zusammen. Außerdem enthält der Erlass auch die Regelungen für die Organisation und das Antrags- und Genehmigungsverfahren. Ergänzend dazu regelt der Runderlass "Die Arbeit an der öffentlichen Ganztagsgrundschule" die spezifischen Anforderungen für den Primarbereich.

Zielstellung der Landesregierung ist es, Ganztagsschulen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen bedarfsgerecht auszustatten. Derzeit arbeiten insgesamt sechs öffentliche Grundschulen und 116 öffentliche Schulen der Sekundarstufe I als Ganztagsschulen gemäß § 12 Schulgesetz.

Übersicht über die öffentlichen Ganztagsgrundschulen der Sekundarstufe I des Landes Sachsen-Anhalt

Übersicht über die öffentlichen Ganztagsschulen der Sekundarstufe I des Landes Sachsen-Anhalt

Zur Unterstützung von Schulen mit ganztägigen Angeboten und von Schulen, die sich zu einer Ganztagsschule entwickeln wollen, ist bei der Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) die Serviceagentur "Ganztägig lernen" (SAG) eingerichtet worden, die aus Landesmitteln gefördert wird.

Die SAG hält ein umfassendes Unterstützungsangebot für Schulen und Kooperationspartner bereit, das u.a. Hilfen zur pädagogisch-inhaltlichen Gestaltung des Ganztags, Einzelschulberatung zur strategischen Ausrichtung und Qualitätsentwicklung, Planung und Durchführung von pädagogischen Tagen, von Hospitationen, Regionaldialogen sowie von digitalen Austauschformaten, Unterstützung bei der Netzwerkarbeit sowie eine Vermittlung zwischen Schulen und außerschulischen Kooperationspartnern beinhaltet.

Serviceagentur „Ganztägig lernen" Sachsen-Anhalt

Förderzeitraum 2025 bis 2027

Das vom Ministerium für Bildung ins Leben gerufene und gemeimsam mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung ins Leben getragene Modellprojekt „Kooperation Schule und Hort – Entwicklungsraum für ganztägige Bildungsangebote“ baut auf den Erfahrungen des ersten Modellprojekts „Kooperation Schule und Hort“ auf. Dieses hat vor allem die träger- und einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit der Bildungsinstitutionen erprobt und qualitative Hausaufgabenbetreuung sowie weitere ergänzende und unterstützende Bildungs- und Betreuungsangebote in den Blick genommen.

Im neuen Modellprojekt steht weiterhin die qualitative Weiterentwicklung des Ganztags im Mittelpunkt. Das Ziel besteht darin, an 15 Standorten in den Modellregionen Halle, Magdeburg, Stendal und Saalekreis einen Entwicklungsraum für ganztägige Bildungsangebote zu schaffen. Diese werden durch eine enge Kooperation und multiprofessionelle Zusammenarbeit von Schule, Hort und außerschulische Lernpartnern gemeinsam gestaltet. Dabei werden auch kommunale und freie Verantwortungsträger eingebunden. Auf dieser Grundlage kann eine kindgerechte, rhythmisierte Tagesgestaltung entstehen, die Bildung und Betreuung gut miteinander verzahnt.

Förderzeitraum 2024 bis 2025

Das gemeinsam vom Ministerium für Bildung und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung ins Leben gerufene Landesmodellprojekt „Kooperation Schule und Hort“ verfolgte das übergeordnete Ziel, die Kooperation zwischen Grundschulen und Kindertageseinrichtungen, die Kinder im Grundschulalter bilden, erziehen und betreuen, zu stärken. Damit sollte die Qualität der ganztägigen Bildung, Betreuung und Erziehung weiter verbessert werden.

Für das Landesmodellprojekt wurden aus den Interessenbekundungen von Einrichtungstandems, jeweils bestehend aus Grundschule und Horteinrichtung, 30 ausgewählt. Die ausgewählten Einrichtungstandems bildeten einen Querschnitt und die Vielfalt der Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und Horten sowie der Trägerlandschaft in Sachsen-Anhalt ab.

Die Evaluation des Projekts zeigte, dass die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Horten deutlich gestärkt werden konnte. Regelmäßige Abstimmungen, gemeinsame Projekte und ein intensiverer fachlicher Austausch führten zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und einer engeren Verzahnung der Bildungs- und Betreuungsangebote. Die gewonnenen Erfahrungen bestätigen das Potenzial einer verbindlichen Kooperation von Schule und Hort für die qualitative Weiterentwicklung ganztägiger Bildungsangebote und bildeten eine wichtige Grundlage für die Fortführung des Modellansatzes.