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Gegen Mobbing an Schulen: Programm "Gemeinsam Klasse sein" startet in Sachsen-Anhalt

Das Thema Mobbing soll zukünftig an Sachsen-Anhalts Schulen noch stärker in den Focus rücken. Eine Grundlage dafür bildet das am Donnerstag in der Landeshauptstadt vom Bildungsministerium Sachsen-Anhalt und der Techniker Krankenkasse vorgestellte Projekt "Gemeinsam Klasse sein". Die ab dem kommenden Schuljahr auf einer digitalen Plattform zur Verfügung stehenden Module lösen den zum Schuljahr 2011/2012 von beiden Partnern veröffentlichten Anti-Mobbing-Koffer ab. Das neue Onlineangebot wurde abermals in Kooperation mit der Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg für den Einsatz an weiterführenden Schulen konzipiert und richtet sich an die Jahrgangsstufen fünf bis sieben.

Mit Hilfe umfangreicher kostenfreier Materialien können interessierte Schulen bis zu fünf Projekttage gestalten. Ziel ist es, Mädchen und Jungen sowie Eltern und Lehrende für die Problematik zu sensibilisieren, um so Mobbing nachhaltig zu vermeiden. Damit die Heranwachsenden über altersentsprechende attraktive und zeitgemäße digitale Wege erreichet werden können, kommen unter anderem Filmclips und Erklärvideos zum Einsatz. Sie vermitteln Möglichkeiten zur Lösung von Konfliktsituationen und unterstützen Schülerinnen und Schüler dabei, Regeln für ein respektvolles Miteinander zu erarbeiten.

Nachdem "Gemeinsam Klasse sein" in einer Pilotphase an Schulen in Norddeutschland getestet worden ist, soll die Internetplattform im Juni fertiggestellt sein, und ab Beginn des Schuljahres 2019/2020 zum Einsatz kommen. Neben Sachsen-Anhalt wollen voraussichtlich Bremen und Hamburg sowie die Länder Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein zeitgleich starten.

Um die Schulungsunterlagen optimal nutzen zu können, sind für am Projekt teilnehmende Bildungseinrichtungen vorherige Schulungen verbindlich. Durchgeführt werden diese in Sachsen-Anhalt von insgesamt 50 Beratungslehrkräften und Schulpsychologen, die zuvor zu sogenannten Ländermultiplikator ausgebildet werden. Bei diesen Weiterbildungsterminen stehen insbesondere neue Aspekte von "Gemeinsam Klasse sein" im Vergleich zum früheren Anti-Mobbing-Koffer im Focus. Denn neben praktischen Änderungen wie der schnelleren Verfügbarkeit von bisher gedruckten und künftig online abrufbaren Materialien, gibt es vor allem inhaltliche Anpassungen. So finden sich jetzt in den komplett überarbeiteten und zum Teil auch in "leichter Sprache" zur Verfügung stehenden Schulungsunterlagen mehr Informationen und Module zum Thema Cybermobbing. Zudem werden rechtliche Grundlagen sowie die Rolle von Zuschauern in den Mittelpunkt gerückt und neueste Erkenntnisse und Methoden im Umgang mit Mobbing vermittelt.

Schulen, die "Gemeinsam Klasse sein" ab dem kommenden Schuljahr nutzen wollen, können sich unter www.gemeinsam-klasse-sein.de über das Projekt informieren und über das Bildungsministerium zur Teilnahme anmelden.

Bildungsminister Marco Tullner:
"Mobbing wertet Menschen ab und grenzt aus. Es ist ein Phänomen, das in allen Teilen unserer Gesellschaft besteht. Auch Schulen bleiben nicht verschont. Daher ist es unvermeidlich, dass sich gerade junge Menschen mit den Ursachen und Wirkungen des Mobbings kritisch auseinandersetzen. Somit bin ich allen Beteiligten dankbar, dass dieses erfolgreiche Projekt nun den nächsten Schritt geht. Mobbing darf nicht erst zum Thema werden, wenn akute Fälle auftreten. Sensibilisierung, Aufklärung und Prävention sind der richtige Weg. Ich hoffe, dass viele Schulen die zur Verfügung stehenden Materialien nutzen werden.“
 

Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt:
„Fast jeder achte TK-Versicherte in Sachsen-Anhalt ist noch keine 15 Jahre alt. Daher liegt uns die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen besonders am Herzen und wir haben ein großes Interesse daran, den psychischen und physischen Schäden vorzubeugen, die gerade bei Heranwachsenden durch alle Arten von Mobbing entstehen können."

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