12.12.2017

Bildungsminister Tullner stellt Konzept zur Weiterentwicklung der Förderschulen vor

Einen Tag nach seinem Besuch der Förderschule „H. E. Stötzner“ in Güterglück, eine der wenigen Schulen in Sachsen-Anhalt, die bereits einen förderschwerpunktübergreifenden Unterricht praktizieren, stellte Bildungsminister Marco Tullner heute im Kabinett ein Konzept zur künftigen Gestaltung der Förderschulen vor.

Unter dem Titel „Chancen eröffnen – Möglichkeiten schaffen“ legt das Konzept dar, wie die Förderschulen als wichtiger Bestandteil schulischer Bildungsangebote in ihrer Qualität sowie im Umfang der Unterstützung stärker an aktuelle Erfordernisse angepasst werden sollen. Das Konzept nimmt vor allem die Sicherung des Elternwillens bei der Wahl des Beschulungsangebotes, eine wohnortnahe Beschulung und bessere Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe in den Blick. Mit den vorgeschlagenen Modellen sollen die Möglichkeiten der Schulträger erweitert werden, ein zukunftsfähiges Förderschulnetz zu erhalten.

„Förderschulen werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Schulsystem  Sachsen-Anhalts spielen - das vorliegende Konzept ist ein klares Bekenntnis. Wir müssen Inklusion vor allem vom Bildungserfolg des einzelnen Kindes her denken. Weder Schulen noch Schüler dürfen überfordert werden. Die Weiterentwicklung der Inklusion muss deshalb behutsam angegangen werden“, erklärte Bildungsminister Marco Tullner.

Künftig soll stärker auf die Bündelung und Vernetzung sonderpädagogischer Förderschwerpunkte gesetzt werden.  Darüber hinaus könnten Förderschulklassen an allgemeinbildenden Schulen künftig eine stärkere Verbindung von inklusiven und förderschwerpunktbezogenen Angeboten bewirken. Sonderpädagogische Konzepte wären so für die gesamte Schule nutzbar und der Fachunterricht im sonderpädagogischen Teil gesichert. Schließlich könnte durch einen Schulformwechsel ohne Wechsel des Standortes ein einfacherer Zugang zu einem anerkannten Schulabschluss gelingen.

„Es ist unser Ziel, für alle Schüler mit pädagogischem Förderbedarf Angebote vorzuhalten, die den individuellen Voraussetzungen und dem Wunsch der Eltern entsprechen, bis hin zu Möglichkeiten, einen anerkannten Abschlusses zu erwerben. Es geht parallel dazu auch um einen effektiven Personaleinsatz und die Berücksichtigung regionaler Belange sowie letztlich um gesicherte Schulstandorte“, so Bildungsminister Marco Tullner.

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