Blog des Ministeriums für Bildung

Michael Arndt - oder: das Prinzip Polylux

12. Oktober 2017 - Allgemein, Digitale Bildung

Michael Arndt – oder: das Prinzip Polylux

Ministerium für Bildung
Michael Arndt (links im Bild)

Es ist ein bisschen wie beim Klassenausflug. Michael Arndt hat sein Smartphone gezückt. Alle, die um ihn herumstehen, auch. Er erklärt „Actionbound“. Das ist kein Computerspiel – eher eine digital aufgemotzte Schnitzeljagd. Die Medienpädagogischen Berater des Landes Sachsen-Anhalt erfahren, wie man dieses neue „Instrument“ gewissermaßen bildungswirksam macht. Z.B. indem dort einzelne Stationen einer Stadtrallye mit einem Quiz à la „Wer wird Millionär?“ kombiniert werden. Wenn man will, „quizzt“ man in einer Fremdsprache. So kann der nächste Klassenausflug fachübergreifend Wissen und Kompetenzen fördern.

Michael Arndt ist der Chef der derzeit zehn Medienpädagogischen Berater des Landes, er ist Referent in der Fachgruppe „Schulische Medienbildung“ im Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA). Mit Medienbildung ist er seit 1991 befasst. Er überblickt jetzt mehr als ein Vierteljahrhundert  technologischer Innovation in Schule und um Schule herum - vom Polylux bis zum Smartphone, vom ersten Computer im Schulsekretariat bis zum modernen Bildungsserver des Landes mit Bildungscloud. Seine erste Fortbildung, die er angeboten hat, thematisierte die Erstellung eines Videos: Schnitt mit Camcorder und Videorecorder, später zwei Videorecorder als Zuspieler, einen als Aufnahmegerät, dazwischen ein Videomixer, ein Textgenerator und hinten dran ein Monitor. „Da reisten wir bei drei Arbeitsgruppen oft mit einem Anhänger an.“ Heute hat man mit einem Smartphone ein komplettes Video-, Foto- und Tonstudio in der Hosentasche. 

 „Rückblickend war’s besonders schön, dass und wie wir gemeinsam mit den Kollegen aus Niedersachsen gelernt und Schritt für Schritt die neuen Medien in den Unterricht gebracht haben. Auf Augenhöhe!“ Dass sich die medienpädagogischen Berater mit ihrem Chef im Zweimonatstakt treffen, um die Arbeit zu strukturieren, aktuelle Probleme anzusprechen, das  zeigt, wie wichtig auch im digitalen Zeitalter die persönliche Begegnung und der Diskurs auf Augenhöhe sind.

Michael Arndt weiß, dass alle, die mit Innovation in Schule umgehen müssen, Lehrkräfte und Lernende, vor allem eines wollen: „Es muss funktionieren. Prinzip Polylux: Gerät justiert, angeschaltet. Los geht’s. Funktioniert neue Technik nicht, kostet es Bildungszeit.  Wenn neue Technik nicht so einfach und verlässlich wie ein Polylux funktioniert, entsteht  Abneigung, sie überhaupt einzusetzen. Bei manchem wird aus Abneigung sogar Aversion, die dazu führt, dass moderne, innovative Medientechnik kaum genutzt wird.“

Es gibt Technikverweigerer, Skeptiker, aber auch Befürworter und Enthusiasten, die die Chancen der neuen Medien im Blick haben. Arndt gehört dazu. Aber er ist ein kritischer Geist, prüft  die Sinnhaftigkeit jeder Innovation, auch die Kosten für die Schulen, organisiert die Lehrerfortbildung, kümmert sich mit seinen Kollegen um Lizenzen, informiert die Schulen via Bildungsserver. Er kennt noch die Generation der ersten Beamer in der Preisklasse von 30.000 DM. Heute sind Beamer netzwerkfähig und in der Preisklasse unter 1000 Euro zu bekommen. Smartboards, Tablets, Laptops haben Einzug gehalten in die Schule. Funktionierende Technik, dazu schnelles Internet mit dem vom Digitalisierungskabinett in Sachsen-Anhalt im August 2017 beschlossenen Glasfaseranschluss für alle Schulen bis 2018: Das ist nur die eine Facette für erfolgreichen modernen Unterricht. Konzepte für den Einsatz der neuen Medien heißt die andere Facette. „Die Schulen stellen mit Hilfe der Schulträgern die digitalen Werkzeuge bereit, damit die Schülerinnen und Schüler entlang des Fachlehrplans im Fachunterricht, aber auch in fachübergreifenden Projekten die Kompetenzen für die digitale Welt erwerben können.“ Am besten auf der Basis eines Medienbildungskonzeptes, das zum jeweiligen Profil der Schule passt. Die Vermittlung von Medienkompetenzen ist für alle Schulen ab dem Schuljahr 2018/19 verpflichtend. Medienbildungskonzepte sollen bis zum Schuljahr 2020/21 in jeder Schule vorliegen. Die Handreichung des LISA, geschrieben von Michael Arndt, die die Arbeit der medienpädagogischen Berater unterstützt, liegt vor. Michael Arndt will, dass das Projekt gelingt. Das ist noch anspruchsvoller als ein gelungener Klassenausflug.

 

1 Kommentare


Stefan Neustadt

16. November 2017

Find ich gut.


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