Blog des Ministeriums für Bildung

Wie Hopper in die Schule kam

11. April 2018 - Schule

Wie Hopper in die Schule kam

Bildrechte: Wolfram Grünewald
Bildrechte: Wolfram Grünewald
Bildrechte: Wolfram Grünewald
Bildrechte: Wolfram Grünewald
Bildrechte: Wolfram Grünewald
Bildrechte: Wolfram Grünewald

Ein Gastbeitrag von Wolfram Grünewald, Sekundarschule „Carl von Clausewitz“, Burg

Große Vorbilder aus der Kunst, die unseren Schülern Mut machen sollen, selbst kreativ im Sinne der Großen zu werden, finden sich nicht auf Bastelseiten im Internet. Inzwischen ist die Scheu vor Picasso, Matisse, Duchamp und vielen anderen bedeutenden Künstlern nicht mehr so groß, weil in fast jedem der Wunsch inne wohnt, seine Welt zu gestalten.

„Nachtschwärmer“ von Edward Hopper ist ein Klassiker aus dem Amerikanischen Realismus des Jahres 1942. Das Bild hat wie alle Bilder der Moderne eine Geschichte und Symbolik. Als Hintergrund der Cafeteria unserer Schule drängte sich dieses Bild förmlich auf. Zugegebenermaßen ist Hopper einer meiner Favoriten der bildenden Kunst. Warum also sollten Schüler nicht mit einem Motiv aus den 1940ern konfrontiert werden? Die Symbolik ist aktueller denn je. Das Erstaunen war groß, dass ein Kunstlehrer in der Lage ist, Bilder dieses Ausmaßes und Genres umzusetzen. Das Bild wird sehr gut angenommen und ist bisher unversehrt. Den Kindern und Jugendlichen selbst Dinge in der praktischen Umsetzung zeigen zu können beeindruckt nachhaltiger als jegliches theoretisches Fachwissen. Man muss sich nur trauen. Kunst heißt, Spuren zu hinterlassen. Das ist die Hauptintention, Schülern die Klassiker neu entdecken zu lassen, und das funktioniert.

Ähnliche Werke sind zum Beispiel im Konferenzraum der Schule und am angrenzenden Stromhäuschen an unserer Schule entstanden. Die Gestaltung des Stromhäuschens war ein Projekt in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Burg. Graffiti als Mittel, Kunst zu machen, oder die Abstraktion der Natur zu dekorativen Bildern, weg von der herkömmlichen Herangehensweise an moderne Kunst. Einfach machen, sich trauen, heißt es immer wieder.

Ich bin seit sieben Jahren an der Sekundarschule „Carl von Clausewitz“ mit dem Heranführen der Schülerinnen und Schüler an das Kunstverständnis betraut. Oft bin auch ich noch überrascht, dass es in einer digitalisierten Welt immer noch Kinder und Jugendliche gibt, die sehenswerte Ergebnisse im künstlerischen Sinne hervorbringen. Die Anerkennung solcher Werke ist wichtig und zugleich motivierend. Daher ist der Kunstraum inzwischen mit Bildern und Objekten geschmückt, die oft an große Werke des 20. Jahrhunderts angelehnt sind. Der Widder, eine Hommage an Picasso, und eine Neuinterpretation von Picassos Stierkopf sind in diesem Raum mittlerweile genauso legendär  wie der „i-Mer“ ,ein Objekt aus der Hand eines Schülers, der schon längst nicht mehr an unserer Schule ist. Er hat Spuren hinterlassen. Der Mut der Schülerinnen und Schüler ist dabei hoch zu loben. Sicherlich ist nicht jeder zu erreichen, aber dennoch ist die Anerkennung und Bewunderung immer eine große. Das motiviert und inspiriert auch mich, immer Neues zu probieren und Grenzen des Machbaren auszuloten.


0 Kommentare

 

Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.

  • Facebook-Icon
  • YouTube-Icon
  • Twitter-Icon
Mitmachen: Logo herunterladen!Logo Weltoffen

Quicklinks

 

 

Zu den aktuellen Stellenausschreibungen und zum online-Bewerbungsportal matorix gelangen Sie hier