Blog des Ministeriums für Bildung

Mitmachen lohnt sich: Zukunftstag für Mädchen und Jungen am 26.04.2018

10. Januar 2018 - Allgemein

Martell, zukünftiger Erzieher
Martell, zukünftiger Erzieher
Lars Wärmer, Nordzucker AG und Celina, Schülerin und zukünftige Industriemechanikerin
Lars Wärmer, Nordzucker AG und Celina, Schülerin und zukünftige Industriemechanikerin
Anja Leiß, Schulleiterin der Evangelischen Grundschule Magdeburg
Anja Leiß, Schulleiterin der Evangelischen Grundschule Magdeburg
Sebastian Friedrich, Geschäftsführer und Gründer von TinkerToys
Sebastian Friedrich, Geschäftsführer und Gründer von TinkerToys

Wir haben verschiedene Personen befragt, was es für sie bedeutet, sich am „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ zu beteiligen und sowohl die Schüler- als auch die Unternehmensperspektive beleuchtet. Am 26.04. heißt es wieder: Zukunftstag für Mädchen und Jungen in Sachsen-Anhalt. Mitmachen lohnt sich. Denn: Berufliche Zukunft braucht frühzeitige und umfassende Orientierung. Es gibt viele gute Gründe, dabei zu sein.

Lars Wärmer, seit über 30 Jahren für die Nordzucker AG tätig, seit 2006 Ausbildungsverantwortlicher am Standort Klein Wanzleben, ehrenamtlicher Vorsitzender des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Wanzleben/Oschersleben, der sich für die optimale Berufsorientierung Jugendlicher in der Region einsetzt. Der Nordzucker-Konzern ist Europas zweitgrößter Zuckerhersteller und produziert darüber hinaus Bioethanol sowie Futtermittel aus Zuckerrüben. Er beschäftigt an insgesamt 18 Produktions- und Raffinationsstätten rund 3.200 Mitarbeiter.

Seit wann beteiligt sich die Nordzucker AG bereits mit einem Angebot am Zukunftstag und welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?

Seit der Einführung des Tages sind wir mit dabei. Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Nach jedem Zukunftstag konnten wir Praktikantinnen und Praktikanten, Bewerberinnen und Bewerber sowie zukünftige Auszubildende gewinnen. Das positive Feedback der Teilnehmenden, die an dem Tag Unternehmensluft schnupperten, zeigt, wie wichtig es ist, sich als Unternehmen für junge Menschen zu öffnen. Meistens entsteht am Zukunftstag der erste Kontakt zwischen den Schülern und Unternehmensvertretern. Wir haben erfahren, dass hier auch Ängste seitens der Teilnehmer abgebaut werden und der Weg frei wird für Gespräche zu individuellen Berufschancen.

Welche Einblicke können jungen Menschen durch die Teilnahme am Zukunftstag in Ihrem Unternehmen gewinnen?

Bei uns wird nicht nur die Zuckerproduktion erkundet, sondern wir schauen dabei über den Tellerrand, welche Berufe in unserem Tätigkeitsfeld benötigt werden. So bekommen die Schülerinnen und Schüler Einblicke in Agar-, Labor- und technische Berufe während der Betriebsexkursion. Im Bereich der MINT-Berufe wird gemeinsam mit unseren Auszubildenden gewerkelt und gebastelt, so dass Azubis und Schüler in den Dialog über eine mögliche Ausbildung treten können. So können schließlich nicht nur positive Eindrücke, sondern auch erste Erfahrungen und etwas Selbstgefertigtes mit nach Hause genommen werden.

Kann aus Ihrer Sicht der Zukunftstag dazu beitragen, junge Mädchen für technische Berufe zu begeistern und als Berufsnachwuchs zu gewinnen?

Der Zukunftstag ist ein wichtiger Baustein in der Berufsorientierung, Mädchen können in einen vermeintlichen „Männerberuf“ hineinschnuppern und einfach praktisch ausprobieren. Wir haben festgestellt, dass unsere weiblichen Auszubildenden einen genauso guten Job absolvieren, wie ihre männlichen Kollegen, manchmal sogar etwas besser. Daher appelliere ich an viele Mädchen, sich in technischen Berufen zum Zukunftstag anzumelden. Es gibt viele Berufsbilder, die interessante Aufgaben und gute Aufstiegschancen bereithalten, auch für Mädchen.

 

Celina, Schülerin, zukünftige Industriemechanikerin

Mein Name ist Celina, ich bin 16 Jahre alt und besuche die Ganztagsschule Sekundar- und Gemeinschaftsschule in Wanzleben, die ich in diesem Jahr voraussichtlich mit dem erweiterten Realschulabschluss verlassen werde.

Wie bist du auf die Idee gekommen, den Zukunftstag in einem technischen Bereich in der Nordzucker AG durchzuführen?

Da ich mich für technische Berufe interessiere, habe ich mich entschlossen, einen Zukunftstag bei der Nordzucker AG durchzuführen.

Hat dich die Teilnahme am Zukunftstag in deiner Berufswahl bestärkt?

Ja, vor meinem Zukunftstag habe ich bereits zwei Praktika bei Nordzucker absolviert und so wusste ich schon, dass ich den Beruf der Industriemechanikerin einmal erlernen möchte. Aufgrund positiver Mitarbeit wurde mir bei meinem zweiten Praktikum bereits eine Ausbildungsstelle angeboten. Dies hat mich in meiner Berufswahl bestärkt.

Wie planst du deine berufliche Zukunft?

Nach meiner Ausbildung, die ich voraussichtlich im Jahr 2022 abschließen werde, möchte ich bei der Nordzucker AG im Werk Klein Wanzleben arbeiten.

 

Anja Leiß, Schulleiterin der Evangelischen Grundschule Magdeburg

Die Evangelische Grundschule startete zum Schuljahr 2002/2003. Gegenwärtig besuchen 166 Schülerinnen und Schüler diese Schule. Die Evangelische Grundschule verfolgt das Ziel, eine an christlichen Wertvorstellungen orientierte Bildungs- und Erziehungsarbeit zu leisten, ein weiterer Schwerpunkt ist die musisch-künstlerische Förderung der Lernenden.

Seit wann beteiligt sich Ihre Schule am Zukunftstag und wie werden Schüler auf Ihr Angebot aufmerksam?

Seit 2 Jahren beteiligen wir uns am Zukunftstag. Hauptsächlich bewerben sich ehemalige Schüler oder Geschwisterkinder an unserer Schule.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den Teilnehmenden?

Wir bekommen durchweg positive Rückmeldungen. Es hat den jungen Erwachsenen Spaß gemacht, sie fanden es aber auch teilweise anstrengend. Außerdem reflektierten sie ihre eigene Grundschulzeit. Unsere Grundschülerinnen und Grundschüler sind von den großen Schülern schwer begeistert. Sie bekommen eine weitere zusätzliche Hilfe im Unterricht und in den Pausen haben sie einen Spielbetreuer.

Kann aus Ihrer Sicht der Zukunftstag dazu beitragen, Jungen für Berufe in der Erziehung und Bildung zu begeistern?

Der Zukunftstag bietet den Jugendlichen eine Chance, die Erzieher- und Lehrertätigkeit näher kennenzulernen. Einige Jugendliche haben im Anschluss noch ein freiwilliges Praktikum oder auch ein freiwilliges soziales Jahr an unserer Schule absolviert. Bevor ein langes Lehrerstudium oder eine Erzieherausbildung begonnen werden, sollten viele praktische Erfahrungen gesammelt werden. So können jungen Menschen individuell feststellen, ob sie sich in diesem Beruf wohlfühlen und erfahren, welche Aufgaben zu meistern sind. Der Erzieher oder Grundschullehrer sind wundervolle und wichtige Berufe. Ich würde mich sehr freuen, wenn noch mehr Interessenten sich für diese Berufe entscheiden würden.

 

Martell, zukünftiger Erzieher

Mein Name ist Martell, ich bin 20 Jahre alt und absolviere eine Ausbildung zum Sozialassistenten und Staatlich anerkannten Erzieher. Zuvor legte ich an der BbS „Otto von Guericke“ in Magdeburg mein Abitur mit einer Spezialisierung im Bereich Gesundheit und Soziales ab.

Wie bist du auf die Idee gekommen, den Zukunftstag im sozialen Bereich durchzuführen?

Ich bin auf die Idee gekommen, den Zukunftstag im sozialen Bereich durchzuführen, da ich schon immer einen sehr guten Kontakt zu Kindern hatte und die Arbeit mit ihnen mir immer viel Freude machte. Nach dem Zukunftstag in einer Kita absolvierte ich ein Praktikum in der Evangelischen Grundschule in Magdeburg, machte eine Jugendleiterausbildung und fuhr als Helfer in ein integratives Kinderferienlager.

Welche Eindrücke hast du beim Zukunftstag gewonnen?

Durch den Zukunftstag konnte ich meinen Berufswunsch festigen und einen viel besseren Eindruck von der Arbeit in den Einrichtungen gewinnen. Zudem konnte ich nur positive Erfahrungen mitnehmen.

Hat dich die Teilnahme am Zukunftstag in deiner Berufswahl bestärkt?

Ja, unbedingt. Der Zukunftstag hat meinen Berufswunsch sehr bestärkt, da ich gemerkt habe, dass ich in diesem Bereich sehr viel Spaß und Freude habe und auch den Kindern etwas mitgeben kann.

Wie planst du deine weitere berufliche Zukunft?

In meiner beruflichen Zukunft sehe ich mich in einer Leitungsposition einer sozialen Einrichtung. Nach der Erzieherausbildung möchte ich ein Studium zur Leitung einer Kindertageseinrichtung aufnehmen, aber auch ein Studium des Grundschullehramts könnte ich mir vorstellen. Doch zunächst fokussiere ich mich auf meine Ausbildung.

 

Sebastian Friedrich, Geschäftsführer und Gründer von TinkerToys

TinkerToys verwirklicht Kinderträume: Mit einer intuitiven Konstruktionssoftware für PC und Tablet wird jedes Kind ganz einfach zum Spielzeugerfinder und kann sein ganz persönliches Lieblingsspielzeug entwickeln. Anschließend werden die einzigartigen Spielzeugideen in den TinkerToys-Filialen mittels innovativer 3D-Druck Technologie Wirklichkeit. Durch die Verwendung von Biokunststoffen, den Verzicht auf lange Transportwege und vollständige Recycelbarkeit wird die Umwelt geschont.

Warum entschlossen Sie sich zur Beteiligung am Zukunftstag?

In meiner Schulzeit habe ich am Boys‘ Day teilgenommen und kannte dementsprechend auch den Girls‘ Day. Für mich war dieser Tag eine tolle Möglichkeit, in ein Unternehmen reinzuschnuppern. Bei mir war dieser Tag der Auftakt für eine längere Zusammenarbeit. Im weiteren Verlauf habe ich in diesem Betrieb auch ein Praktikum absolviert und während meines Studiums nebenbei auch gearbeitet.

Welche Eindrücke und Erfahrungen können Mädchen am Girls‘ Day in Ihrem Unternehmen gewinnen?

Beim Girls‘Day können Mädchen bei uns anhand einer praktischen Aufgabenstellung Eindrücke aus dem Bereich der Produktentwicklung und Produktion gewinnen. Dadurch erleben sie den vollständigen Prozess einer Produktentwicklung in Kurzform und arbeiten mit verschiedenen Bereichen des Unternehmens zusammen. Im letzten Jahre erhielten die Mädchen folgende Aufgabe: „Wir befinden uns im Jahre 2057. Ihr arbeitet selbstständig als erfolgreiche Designingenieurin. Mittlerweile gibt es autonom fahrende Autos und Urlaubsreisen zu entfernten Planeten. Eine große Firma ruft euch an und gibt euch einen spektakulären Auftrag! Ihr sollt eine Transportmöglichkeit für Saturn-Touristen entwickeln. Die Herausforderung besteht darin, eine möglichst neuartige und verrückte Lösung zu finden und ihr besitzt alle erdenklichen technischen Möglichkeiten für die Umsetzung.“ Am Abschluss stand ein 3D-Druck der Prototypen.

Wie kann beim Zukunftstag das Interesse der Mädchen an MINT- Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) geweckt werden?

Wir brauchen attraktive Angebote für den Zukunftstag, die die Mädchen einbeziehen und einen echten Einblick in Welt der MINT-Berufe schaffen. Durch vielfältige, auch niedrigschwellige Angebote können wir das Interesse an neuartigen Technologien wecken und neue Perspektiven schaffen. Dies bildet die Grundlage für zukünftige Entscheidungen im Berufsweg.

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