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Blog des Ministeriums für Bildung

Im Minetest-Camp bauen Schüler eine Schullandschaft nach ihren Vorstellungen

23. Juni 2018, Digitale Bildung, Schule

70 SchülerInnen bauten mit Minetest eine Schullandschaft nach ihren Wünschen und Ideen

 

von Daniela Küllertz ("LiGa - Lernen im Ganztag", Deutsche Kinder- und Jugendstiftung)

Schülerinnen und Schüler aus fünf Schulen gestalten vom 16. bis zum 17. Juni an der Ganztagsschule Friedrichstadt eine Schullandschaft für individuelles Lernen und denken auch über die Rolle von Schulbehörden nach.

„Dieses Camp hat für mich als ehemaligen Gymnasiallehrer, der viele Jahrzehnte Schülerprojekte mitorganisiert und gestaltet hat, tatsächlich enorm viel Potenzial gezeigt.“ (Heinz Bayer, ehemaliger Gymnasiallehrer aus Baden-Württemberg)

Kaum waren die 70 Schülerinnen und Schüler an der Ganztagsschule Friedrichstadt in Wittenberg angekommen, wurden sie auch schon mit der Frage begrüßt, „Warum seid ihr in Wirklichkeit da?“. Und dann kam es heraus:  „Man hat euch mit dem Trick hierher gelockt, dass ihr zwei Tage lang Computer spielen dürft. In Wirklichkeit sollt ihr eure Professionalität als Spezialisten für Lernprozesse zeigen. Es geht um eure Ideen beim spielerischen Schul-Häuser bauen. Und es geht darum, euch vorzustellen, ihr würdet eine Behörde leiten, die dafür verantwortlich ist, dass Schulen gute Arbeit machen. Wir möchten, dass ihr in Minetest eine Schullandschaft entwerft, die auch die Chance hat, von den heute Verantwortlichen als echte Zukunftsidee für individuelles Lernen entdeckt zu werden.“ Nachdem die Aufgaben der Schulbehörden und verschiedene Schulformen vorgestellt wurden, ging es auch schon in die Teamaufteilung.

Heinz Bayer, ehemaliger Gymnasial- und Vertrauenslehrer aus Baden-Württemberg, führte ein Teamorganisationsprinzip aus der agilen Softwareentwicklung ein. Die fünf Entwicklerteams mit Schülerinnen und Schülern zwischen 6. und 10. Klasse waren quasi ein Start-Up für Schulinnovation. Zunächst einmal ging es für die Jugendlichen daran, gemeinsam im Team ohne PCs zu planen, wie sie vorgehen wollten. In schulübergreifenden und altersgemischten Teams galt es, gemeinsame Strategien zu entwickeln, Probleme zu lösen, Konflikte zu klären, Ideen umzusetzen und Verhandlungen zu führen. Crossfunktionale Gruppen nennt man das bei den ITlern. Damit man Prozesse aus vielen Perspektiven betrachten kann.

Mädchen, die anders bauen als Jungs, konzipierten gemeinsam eine Schullandschaft, in der es sich individuell lernen lässt. Das Ergebnis: Viel Grün, viel Licht, viel Sport, viel Fläche, große Räume, viel Rückzug, Nischen, Spielraum, Sicherheit, Helligkeit, Gärten und viel frische Luft. Mit offener Bibliothek, Einzelarbeitsplätzen, Rückzugsräumen und Coachingzonen für individualisiertes Lernen. Ganz dicht sollten dabei Schulbehörden an den Schulen „dran“ sein. In direkter Nachbarschaft zu Grund- und Gemeinschaftsschule als auch zum Gymnasium wurde das Ministerium für Bildung gebaut. Nicht vergessen wurden weitere Aspekte wie beispielsweise eine ökologische Energieversorgung als auch eine gute Verkehrsanbindung.

Heinz Bayer stellt nach zwei Camp-Tagen fest: „Es hört sich sicher komisch an, aber bei der Schlusspräsentation der Schulweltentwickler/innen kam mir Minetest fast wie ein Kollege vor, der es genial aus der zweiten Reihe geschafft hat, aus 70 jungen Menschen in zwei Tagen ein Entwicklerteam zusammenzubauen.“

Minetest ist ein Open-World-Spiel mit großem Gestaltungsspielraum und vielen Freiheitsgraden. In zufällig generierten Welten, die aus Blöcken bestehen, kann der Spieler verschiedene Rohstoffe abbauen. Er kann die Blöcke miteinander kombinieren und die Welt nach seinem Belieben gestalten. So kann beispielsweise ein Bauwerk oder eine komplexe Landschaft errichtet, der Körperbau des Menschen nachempfunden, eine Wirtschaftssimulation in Gang gesetzt, ein historisches Szenario gestaltet oder ein ökologisches Flusssystem entworfen werden. Der Spieler kann mit Fähigkeiten ausgestattet werden, die ihm Fliegen, Durch-Wände-Bewegen und Teleportieren erlauben, um seine Kreativität frei auszuleben. Im Mehrspielermodus müssen sich Spieler in Bezug auf ihre Ziele und Aktivitäten abstimmen. Diese Art der spielerischen Zusammenarbeit fördert in enormem Maße sowohl die Entwicklung der Fach- als auch der Sozialkompetenz. Individualisiertes, kollaboratives, fächer- und altersübergreifendes Lernen wird möglich, schulische Arbeit hat einen starken Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler.

Kreativ und kritisch fanden die fünf Entwicklerteams, von denen ein Team durch Peer-Tutoren der Ganztagsschule Wanzleben angeleitet wurde, unkonventionelle Lösungen. In den fünf Schlusspräsentationen zeigte sich, dass man als junger Mensch sehr wohl weiß, welche bauliche Umgebung einer Schul- und Lernlandschaft förderlich ist für individualisiertes Lernen und wie diese in engem Zusammenhang zur Unterrichtsgestaltung steht. Es entstanden komplexe Welten mit vielen unterschiedlichen Schulgebäuden mit lichtdurchfluteten, multifunktionalen Räumlichkeiten. Es entstanden viele Ideen für Alternativen zum traditionellen Unterricht in herkömmlichen Klassenräumen: offene Werkstätten, Unterrichtsorte im Grünen, Schulgärten auf den Dächern, Spiel- und Ruhezonen, eine offene Bibliothek, kombinierte Schüler- und Lehrerzimmer.

Nach Vorstellung der Schülerinnen und Schüler soll so ein weitgehend individualisierter Unterricht ohne feste Stundenzeiten und Verortung von einzelnen Fächern stattfinden können. Die Lehrerinnen und Lehrer werden in erster Linie als Experte und Berater gesehen. Arbeitsgemeinschaften im Ganztag sollten stärker schülerorganisiert sein.

Parallel fanden Fortbildungen zur Medienbildung an Schule und im Unterricht statt. So wurden Schüler zu Peer-Tutoren ausgebildet und erhielten eine Administrator-Schulung. Die mitgereisten Lehrerinnen und Lehrer konnten sich qualifizieren zum Einsatz von Minetest im Unterricht, zum Programmieren mit der Platine Calliope, zur Arbeit mit der Moodle-Box, zum Einrichten einer Lernplattform für schulorganisatorische Zwecke und als Schul-Internetseite sowie zum Programmieren mit dem Open-Source-Roboter Thymio.Das Minetest-Camp war eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e. V. und dem Programm LiGa Sachsen-Anhalt.

Durch das Programm „LiGa – Lernen im Ganztag“ werden rund 300 Schulen aus fünf Bundesländern dabei unterstützt, individuelles Lernen zu entwickeln. Um die Qualität an Schule zu verbessern, arbeiten Schulleitungen und Schulaufsicht eng zusammen.

Gut beraten und begleitet entwickelt jede Schule passende Konzepte für individuelles Lernen. Die Pädagoginnen und Pädagogen setzen im Unterricht und in den Ganztagsangeboten konkrete Ansätze für individualisiertes Lernen um. Das Programm bietet für diesen Prozess Unterstützung und Qualifizierungen und dient als Plattform für Austausch und Vernetzung. „LiGa – Lernen im Ganztag“ ist eine Initiative der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Stiftung Mercator. www.lernen-im-ganztag.de. In Sachsen-Anhalt nehmen 78 Schulen an dem Programm „LiGa – Lernen im Ganztag“ teil und erproben neue Ansätze für individualisiertes Lernen. Vor allem bildungsbenachteiligte Schülerinnen und Schüler sollen davon profitieren.

 

 

 

Wie Hopper in die Schule kam

11. April 2018, Schule

Wie Hopper in die Schule kam

Ein Gastbeitrag von Wolfram Grünewald, Sekundarschule „Carl von Clausewitz“, Burg

Große Vorbilder aus der Kunst, die unseren Schülern Mut machen sollen, selbst kreativ im Sinne der Großen zu werden, finden sich nicht auf Bastelseiten im Internet. Inzwischen ist die Scheu vor Picasso, Matisse, Duchamp und vielen anderen bedeutenden Künstlern nicht mehr so groß, weil in fast jedem der Wunsch inne wohnt, seine Welt zu gestalten.

„Nachtschwärmer“ von Edward Hopper ist ein Klassiker aus dem Amerikanischen Realismus des Jahres 1942. Das Bild hat wie alle Bilder der Moderne eine Geschichte und Symbolik. Als Hintergrund der Cafeteria unserer Schule drängte sich dieses Bild förmlich auf. Zugegebenermaßen ist Hopper einer meiner Favoriten der bildenden Kunst. Warum also sollten Schüler nicht mit einem Motiv aus den 1940ern konfrontiert werden? Die Symbolik ist aktueller denn je. Das Erstaunen war groß, dass ein Kunstlehrer in der Lage ist, Bilder dieses Ausmaßes und Genres umzusetzen. Das Bild wird sehr gut angenommen und ist bisher unversehrt. Den Kindern und Jugendlichen selbst Dinge in der praktischen Umsetzung zeigen zu können beeindruckt nachhaltiger als jegliches theoretisches Fachwissen. Man muss sich nur trauen. Kunst heißt, Spuren zu hinterlassen. Das ist die Hauptintention, Schülern die Klassiker neu entdecken zu lassen, und das funktioniert.

Ähnliche Werke sind zum Beispiel im Konferenzraum der Schule und am angrenzenden Stromhäuschen an unserer Schule entstanden. Die Gestaltung des Stromhäuschens war ein Projekt in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Burg. Graffiti als Mittel, Kunst zu machen, oder die Abstraktion der Natur zu dekorativen Bildern, weg von der herkömmlichen Herangehensweise an moderne Kunst. Einfach machen, sich trauen, heißt es immer wieder.

Ich bin seit sieben Jahren an der Sekundarschule „Carl von Clausewitz“ mit dem Heranführen der Schülerinnen und Schüler an das Kunstverständnis betraut. Oft bin auch ich noch überrascht, dass es in einer digitalisierten Welt immer noch Kinder und Jugendliche gibt, die sehenswerte Ergebnisse im künstlerischen Sinne hervorbringen. Die Anerkennung solcher Werke ist wichtig und zugleich motivierend. Daher ist der Kunstraum inzwischen mit Bildern und Objekten geschmückt, die oft an große Werke des 20. Jahrhunderts angelehnt sind. Der Widder, eine Hommage an Picasso, und eine Neuinterpretation von Picassos Stierkopf sind in diesem Raum mittlerweile genauso legendär  wie der „i-Mer“ ,ein Objekt aus der Hand eines Schülers, der schon längst nicht mehr an unserer Schule ist. Er hat Spuren hinterlassen. Der Mut der Schülerinnen und Schüler ist dabei hoch zu loben. Sicherlich ist nicht jeder zu erreichen, aber dennoch ist die Anerkennung und Bewunderung immer eine große. Das motiviert und inspiriert auch mich, immer Neues zu probieren und Grenzen des Machbaren auszuloten.

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Robotik in Magdeburg: „Ein-Stein-Tüftler“ beim Regionalentscheid der First Lego League

10. Januar 2018, Allgemein

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Wer samstags in der Früh unterwegs ist, um bei einem Wettbewerb zuzuschauen, der ist z.B. bei den Spielen von Mannschaften eines Jahrgangs, die Ballsportarten ausüben. Je jünger die Spieler, desto größer die Begeisterung am Spielfeldrand. Bei der First Lego League ist das genauso – und doch irgendwie anders. Jeder Wettkampfsport lebt von Kontinuität: Die „Denksportler“ vom First-Lego-League (FLL)-Team des Albert-Einstein-Gymnasium Magdeburg nehmen seit 2009 regelmäßig an den FLL-Wettkämpfen teil. Auch hier tritt man als Mannschaft an, allerdings kann das Alter zwischen dem Jüngsten und dem Ältesten im Team auch mal fünf oder mehr Jahre differieren. Die „Ein-Stein-Tüftler“ sind eine Schularbeitsgemeinschaft des Albert-Einstein-Gymnasiums in Magdeburg für 9-16-Jährige. Es gibt regelmäßige Trainingszeiten: Die Tüftler treffen sich  immer zwei Stunden am Montagnachmittag. Und natürlich gibt’s den „Wettkampfbetrieb“. Der zielt nicht auf Tore, sondern auf ein Thema, die internationale Wettbewerbsaufgabe – und knifflige Teilaufgaben drumherum.  In diesem Jahr dreht sich alles um „Hydro DynamicsSM - Vorkommen, Nutzung, Lagerung und Bewegung von Wasser ergründen“. Das Team baut, testet und programmiert mit LEGO® MINDSTORMS einen vollautomatischen Roboter, der im Robot Game des Wettkampfes knifflige Missionen meistern muss. Auch das Robotdesign wird später bewertet. Die Teams eignen sich im Laufe der Wettbewerbsvorbereitung wichtige soziale Kompetenzen und Problemlösefähigkeiten an. Auch die werden übrigens beim Regionalentscheid geprüft.

Ein besonderes Wettkampferlebnis

Die First Lego League dauert von August bis Januar, wobei die Zeit bis Dezember der Vorbereitung auf das Wettkampfgeschehen ab Januar dient. Der Wettkampfzeitraum verlängert sich, wenn man auf überregionaler Ebene antreten darf. Ein klein wenig träumt jeder Teilnehmer sogar von Weltmeisterschaften, denn FLL bedeutet Wettkampf im globalen Maßstab, für die WM qualifiziert man sich über die regionalen und nationalen Meisterschaften.  Wer große Ziele hat, der muss manchmal auch das Wochenende opfern. Und der braucht einen Coach. Die Einstein-Tüftler haben gleich drei, die die Vorbereitung auf den Wettkampf begleiten – immer ehrenamtlich und mit enormer Expertise. Der Wettkampf selbst ist ein bisschen Wettkampf mit und gegen andere Teams, wenn es im Robotgame auf zwei parallelen Tischen bis zum Finalduell darum geht, möglichst alle Aufgaben zu lösen und viele Punkte zu sammeln. Dann ist der Wettkampf immer auch Kampf gegen die Nerven und ein Test der Konzentrationsfähigkeit, wenn man das eigene Forschungsvorhaben in einer präzisen 5-Minuten-Präsentation der Fachjury vorstellt.

Denksportler sind Teamplayer

Beim FLL-Regionalentscheid am 13.01.2018 an der Uni Magdeburg waren 19 Teams beteiligt.  Ausgerichtet wurde er von der Informatik-Fakultät gemeinsam mit der Hochschule Merseburg, der ZPVP-GmbH und dem Verein „Hands on Technology“. Ganz wichtig im Kreis der Unterstützer ist Q-fin: Das Unternehmen hat sich große Verdienste um die Robotik in Kitas bis zu den Gymnasien erworben und stellt beim Regionalentscheid Coaches, Wettkampfrichter und Jury-Mitglieder.

Rückblick der Ein-Stein-Tüftler

„Der Wettkampf lief super. Die Forschungspräsentation lag in der Zeit und ist gut bei der Jury angekommen. Robotdesign lief auch besser als letztes Jahr. Teamwertung hat mit dem Teamspiel wieder Spaß gemacht. Das Robotgame hat sehr gut angefangen, obwohl wir noch nicht das Maximum unserer Punkte rausgeholt haben. Wir hätten noch Potenzial für gute 80 Punkte gehabt. Nach den Vorrunden lagen wir auf dem zweiten Platz. Allerdings hatten wir einen technischen Defekt, sodass wir schon im Viertelfinale nicht weitergekommen sind. Am Ende lagen wir in der Forschungspräsentation auf dem 2. Platz und beim Robotdesign auf dem 3. Platz. Durch die Vorrundenplatzierung im Robotgame haben wir in dieser Wertung auch viele Punkte mitgenommen. Am Ende sind unter den ersten drei in der Gesamtwertung gelandet. Somit fahren wir zum Semifinale nach Dresden. Vorher müssen wir aber noch einige Sachen optimieren.“ http://www.ein-stein-tueftler.de/teamarbeit2017.html, Abrufdatum: 15.01.2018

Rückblick eines Jurymitglieds

Spätestens als der ‚Fernsehmann‘ das Unfallgeschehen von der Autobahn gemeldet hatte und kurz darauf das ‚Feuerlöschdrohnenmodell‘ über meinen Kopf zum virtuellen Unfallgeschehen hinwegschwebte, war ich schwer beeindruckt. Die Präsentation der Ein-Stein-Tüftler ist ein Feuerwerk guter Einfälle, nicht auf Effekt getrimmt, sondern auf die Umstände eines Geschehens, aus dem sich der Forschungsauftrag sinnfällig entwickelt. Alle Mitglieder des Teams sind eingebunden und machen ihre Sache sehr gut. Als einer der Jüngsten in Feuerwehr-Uniform die Experten vorstellte, die man bei der Vorbereitung konsultiert hatte und nüchtern sagt: „Ach ja. Mit mir haben wir auch gesprochen“, da denke ich: ‚Das wirst Du nie mehr vergessen.‘ Denn hier zeigt sich, was ein solcher Wettbewerb leistet. Er vermittelt Selbstbewusstsein. Denn hier steht jemand und zeigt: Wir haben was zu sagen. Das, was wir herausgefunden haben, ist wichtig, kann eine Problemlösung sein. Und das, was wir sagen und wie wir das tun, kann andere inspirieren.  

Der lang anhaltende Beifall von Jury, Coaches, Eltern und Fans nach der Präsentation und bei der Siegerehrung, dazu Pokal und Urkunden sind der gerechte Lohn dafür.

Mitmachen lohnt sich: Zukunftstag für Mädchen und Jungen am 26.04.2018

10. Januar 2018, Allgemein

Wir haben verschiedene Personen befragt, was es für sie bedeutet, sich am „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ zu beteiligen und sowohl die Schüler- als auch die Unternehmensperspektive beleuchtet. Am 26.04. heißt es wieder: Zukunftstag für Mädchen und Jungen in Sachsen-Anhalt. Mitmachen lohnt sich. Denn: Berufliche Zukunft braucht frühzeitige und umfassende Orientierung. Es gibt viele gute Gründe, dabei zu sein.

Lars Wärmer, seit über 30 Jahren für die Nordzucker AG tätig, seit 2006 Ausbildungsverantwortlicher am Standort Klein Wanzleben, ehrenamtlicher Vorsitzender des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Wanzleben/Oschersleben, der sich für die optimale Berufsorientierung Jugendlicher in der Region einsetzt. Der Nordzucker-Konzern ist Europas zweitgrößter Zuckerhersteller und produziert darüber hinaus Bioethanol sowie Futtermittel aus Zuckerrüben. Er beschäftigt an insgesamt 18 Produktions- und Raffinationsstätten rund 3.200 Mitarbeiter.

Seit wann beteiligt sich die Nordzucker AG bereits mit einem Angebot am Zukunftstag und welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?

Seit der Einführung des Tages sind wir mit dabei. Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Nach jedem Zukunftstag konnten wir Praktikantinnen und Praktikanten, Bewerberinnen und Bewerber sowie zukünftige Auszubildende gewinnen. Das positive Feedback der Teilnehmenden, die an dem Tag Unternehmensluft schnupperten, zeigt, wie wichtig es ist, sich als Unternehmen für junge Menschen zu öffnen. Meistens entsteht am Zukunftstag der erste Kontakt zwischen den Schülern und Unternehmensvertretern. Wir haben erfahren, dass hier auch Ängste seitens der Teilnehmer abgebaut werden und der Weg frei wird für Gespräche zu individuellen Berufschancen.

Welche Einblicke können jungen Menschen durch die Teilnahme am Zukunftstag in Ihrem Unternehmen gewinnen?

Bei uns wird nicht nur die Zuckerproduktion erkundet, sondern wir schauen dabei über den Tellerrand, welche Berufe in unserem Tätigkeitsfeld benötigt werden. So bekommen die Schülerinnen und Schüler Einblicke in Agar-, Labor- und technische Berufe während der Betriebsexkursion. Im Bereich der MINT-Berufe wird gemeinsam mit unseren Auszubildenden gewerkelt und gebastelt, so dass Azubis und Schüler in den Dialog über eine mögliche Ausbildung treten können. So können schließlich nicht nur positive Eindrücke, sondern auch erste Erfahrungen und etwas Selbstgefertigtes mit nach Hause genommen werden.

Kann aus Ihrer Sicht der Zukunftstag dazu beitragen, junge Mädchen für technische Berufe zu begeistern und als Berufsnachwuchs zu gewinnen?

Der Zukunftstag ist ein wichtiger Baustein in der Berufsorientierung, Mädchen können in einen vermeintlichen „Männerberuf“ hineinschnuppern und einfach praktisch ausprobieren. Wir haben festgestellt, dass unsere weiblichen Auszubildenden einen genauso guten Job absolvieren, wie ihre männlichen Kollegen, manchmal sogar etwas besser. Daher appelliere ich an viele Mädchen, sich in technischen Berufen zum Zukunftstag anzumelden. Es gibt viele Berufsbilder, die interessante Aufgaben und gute Aufstiegschancen bereithalten, auch für Mädchen.

 

Celina, Schülerin, zukünftige Industriemechanikerin

Mein Name ist Celina, ich bin 16 Jahre alt und besuche die Ganztagsschule Sekundar- und Gemeinschaftsschule in Wanzleben, die ich in diesem Jahr voraussichtlich mit dem erweiterten Realschulabschluss verlassen werde.

Wie bist du auf die Idee gekommen, den Zukunftstag in einem technischen Bereich in der Nordzucker AG durchzuführen?

Da ich mich für technische Berufe interessiere, habe ich mich entschlossen, einen Zukunftstag bei der Nordzucker AG durchzuführen.

Hat dich die Teilnahme am Zukunftstag in deiner Berufswahl bestärkt?

Ja, vor meinem Zukunftstag habe ich bereits zwei Praktika bei Nordzucker absolviert und so wusste ich schon, dass ich den Beruf der Industriemechanikerin einmal erlernen möchte. Aufgrund positiver Mitarbeit wurde mir bei meinem zweiten Praktikum bereits eine Ausbildungsstelle angeboten. Dies hat mich in meiner Berufswahl bestärkt.

Wie planst du deine berufliche Zukunft?

Nach meiner Ausbildung, die ich voraussichtlich im Jahr 2022 abschließen werde, möchte ich bei der Nordzucker AG im Werk Klein Wanzleben arbeiten.

 

Anja Leiß, Schulleiterin der Evangelischen Grundschule Magdeburg

Die Evangelische Grundschule startete zum Schuljahr 2002/2003. Gegenwärtig besuchen 166 Schülerinnen und Schüler diese Schule. Die Evangelische Grundschule verfolgt das Ziel, eine an christlichen Wertvorstellungen orientierte Bildungs- und Erziehungsarbeit zu leisten, ein weiterer Schwerpunkt ist die musisch-künstlerische Förderung der Lernenden.

Seit wann beteiligt sich Ihre Schule am Zukunftstag und wie werden Schüler auf Ihr Angebot aufmerksam?

Seit 2 Jahren beteiligen wir uns am Zukunftstag. Hauptsächlich bewerben sich ehemalige Schüler oder Geschwisterkinder an unserer Schule.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den Teilnehmenden?

Wir bekommen durchweg positive Rückmeldungen. Es hat den jungen Erwachsenen Spaß gemacht, sie fanden es aber auch teilweise anstrengend. Außerdem reflektierten sie ihre eigene Grundschulzeit. Unsere Grundschülerinnen und Grundschüler sind von den großen Schülern schwer begeistert. Sie bekommen eine weitere zusätzliche Hilfe im Unterricht und in den Pausen haben sie einen Spielbetreuer.

Kann aus Ihrer Sicht der Zukunftstag dazu beitragen, Jungen für Berufe in der Erziehung und Bildung zu begeistern?

Der Zukunftstag bietet den Jugendlichen eine Chance, die Erzieher- und Lehrertätigkeit näher kennenzulernen. Einige Jugendliche haben im Anschluss noch ein freiwilliges Praktikum oder auch ein freiwilliges soziales Jahr an unserer Schule absolviert. Bevor ein langes Lehrerstudium oder eine Erzieherausbildung begonnen werden, sollten viele praktische Erfahrungen gesammelt werden. So können jungen Menschen individuell feststellen, ob sie sich in diesem Beruf wohlfühlen und erfahren, welche Aufgaben zu meistern sind. Der Erzieher oder Grundschullehrer sind wundervolle und wichtige Berufe. Ich würde mich sehr freuen, wenn noch mehr Interessenten sich für diese Berufe entscheiden würden.

 

Martell, zukünftiger Erzieher

Mein Name ist Martell, ich bin 20 Jahre alt und absolviere eine Ausbildung zum Sozialassistenten und Staatlich anerkannten Erzieher. Zuvor legte ich an der BbS „Otto von Guericke“ in Magdeburg mein Abitur mit einer Spezialisierung im Bereich Gesundheit und Soziales ab.

Wie bist du auf die Idee gekommen, den Zukunftstag im sozialen Bereich durchzuführen?

Ich bin auf die Idee gekommen, den Zukunftstag im sozialen Bereich durchzuführen, da ich schon immer einen sehr guten Kontakt zu Kindern hatte und die Arbeit mit ihnen mir immer viel Freude machte. Nach dem Zukunftstag in einer Kita absolvierte ich ein Praktikum in der Evangelischen Grundschule in Magdeburg, machte eine Jugendleiterausbildung und fuhr als Helfer in ein integratives Kinderferienlager.

Welche Eindrücke hast du beim Zukunftstag gewonnen?

Durch den Zukunftstag konnte ich meinen Berufswunsch festigen und einen viel besseren Eindruck von der Arbeit in den Einrichtungen gewinnen. Zudem konnte ich nur positive Erfahrungen mitnehmen.

Hat dich die Teilnahme am Zukunftstag in deiner Berufswahl bestärkt?

Ja, unbedingt. Der Zukunftstag hat meinen Berufswunsch sehr bestärkt, da ich gemerkt habe, dass ich in diesem Bereich sehr viel Spaß und Freude habe und auch den Kindern etwas mitgeben kann.

Wie planst du deine weitere berufliche Zukunft?

In meiner beruflichen Zukunft sehe ich mich in einer Leitungsposition einer sozialen Einrichtung. Nach der Erzieherausbildung möchte ich ein Studium zur Leitung einer Kindertageseinrichtung aufnehmen, aber auch ein Studium des Grundschullehramts könnte ich mir vorstellen. Doch zunächst fokussiere ich mich auf meine Ausbildung.

 

Sebastian Friedrich, Geschäftsführer und Gründer von TinkerToys

TinkerToys verwirklicht Kinderträume: Mit einer intuitiven Konstruktionssoftware für PC und Tablet wird jedes Kind ganz einfach zum Spielzeugerfinder und kann sein ganz persönliches Lieblingsspielzeug entwickeln. Anschließend werden die einzigartigen Spielzeugideen in den TinkerToys-Filialen mittels innovativer 3D-Druck Technologie Wirklichkeit. Durch die Verwendung von Biokunststoffen, den Verzicht auf lange Transportwege und vollständige Recycelbarkeit wird die Umwelt geschont.

Warum entschlossen Sie sich zur Beteiligung am Zukunftstag?

In meiner Schulzeit habe ich am Boys‘ Day teilgenommen und kannte dementsprechend auch den Girls‘ Day. Für mich war dieser Tag eine tolle Möglichkeit, in ein Unternehmen reinzuschnuppern. Bei mir war dieser Tag der Auftakt für eine längere Zusammenarbeit. Im weiteren Verlauf habe ich in diesem Betrieb auch ein Praktikum absolviert und während meines Studiums nebenbei auch gearbeitet.

Welche Eindrücke und Erfahrungen können Mädchen am Girls‘ Day in Ihrem Unternehmen gewinnen?

Beim Girls‘Day können Mädchen bei uns anhand einer praktischen Aufgabenstellung Eindrücke aus dem Bereich der Produktentwicklung und Produktion gewinnen. Dadurch erleben sie den vollständigen Prozess einer Produktentwicklung in Kurzform und arbeiten mit verschiedenen Bereichen des Unternehmens zusammen. Im letzten Jahre erhielten die Mädchen folgende Aufgabe: „Wir befinden uns im Jahre 2057. Ihr arbeitet selbstständig als erfolgreiche Designingenieurin. Mittlerweile gibt es autonom fahrende Autos und Urlaubsreisen zu entfernten Planeten. Eine große Firma ruft euch an und gibt euch einen spektakulären Auftrag! Ihr sollt eine Transportmöglichkeit für Saturn-Touristen entwickeln. Die Herausforderung besteht darin, eine möglichst neuartige und verrückte Lösung zu finden und ihr besitzt alle erdenklichen technischen Möglichkeiten für die Umsetzung.“ Am Abschluss stand ein 3D-Druck der Prototypen.

Wie kann beim Zukunftstag das Interesse der Mädchen an MINT- Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) geweckt werden?

Wir brauchen attraktive Angebote für den Zukunftstag, die die Mädchen einbeziehen und einen echten Einblick in Welt der MINT-Berufe schaffen. Durch vielfältige, auch niedrigschwellige Angebote können wir das Interesse an neuartigen Technologien wecken und neue Perspektiven schaffen. Dies bildet die Grundlage für zukünftige Entscheidungen im Berufsweg.

Was macht ein Landesschülerrat? Interview mit Vorstandsmitglied Marcella Pach

01. November 2017, Allgemein

Marcella Pach ist 17 Jahre alt und wohnt in einem Dorf in der Nähe Halberstadts. Zurzeit besucht sie die elfte Klasse des Fachgymnasiums in Quedlinburg. Marcella ist seit 2015 Mitglied des Landesschülerrates und seit Januar 2017 Beisitzerin im Vorstand.

Neben Schule und Landesschülerrat engagiert sie sich in verschiedenen Projekten, die Politik und Jugendarbeit miteinander verbinden.  So ist sie Mitglied im Jugendteam des Projektes: "Europa geht weiter" der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung  e.V. (lkj) und im Jugendbeirat von GOEUROPE! – Europäisches Jugendkompetenzzentrum Sachsen-Anhalt. In der darüber hinaus  verbleibenden Freizeit tanzt Marcella im Karnevalsverein.

 

Marcella, was wäre, wenn es keine Schülervertretungen gäbe?

Ich halte Schülervertretungen für enorm wichtig, denn aus Erfahrungen kann man ein Stück weit die Schule so gestalten, dass sie für uns Schülerinnen und Schüler angenehmer wird, da sie eben auch die direkte Meinungsvertretung der Schülerschaft in Sachsen-Anhalt ist.

 

Zufällig oder zielstrebig: Wie kommt man zum Landesschülerrat?

Um in den Landesschülerrat gewählt zu werden, muss man zunächst erst einmal in den Kreisschülerrat gewählt werden, um danach eine Einladung zur Wahl der Mitglieder des Landesschülerrates zu bekommen. Selbstverständlich wird man bei dieser Wahl dann ganz demokratisch gewählt wird.

Natürlich sollten die persönlichen Voraussetzungen gegeben sein: Interesse und Engagement, sowie der Wille, für Viele etwas  erreichen zu können.

 

Welche sind die Schwerpunkte der Gremienarbeit?

Auf unseren Plenartagungen, die ca. alle 2 Monate stattfinden, positionieren wir uns oft zu Themen, die in der Bildungspolitik wichtig sind. Zudem planen wir verschiedene Projekte, wie zum Beispiel das Landesschülertreffen oder "Jugend im Landtag", in denen Jugendliche aus Sachsen-Anhalt die Möglichkeit haben sollen, ein Stück weit Politik und politische Arbeit für sich zu entdecken und sich weiterzubilden.

 

Was erreicht man?

Als Landesschülerrat hat man einen direkten Einfluss auf die Bildungspolitik - wir sind die Stimme der Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt.

   

Was motiviert besonders? Was nervt?

Mich motiviert besonders der Zusammenhalt innerhalb des Gremiums. Nicht nur die Arbeit auf einem hohen Niveau, sondern auch die Personen dahinter, denn der Landesschülerrat ist für mich wie eine große Familie.

Leider ist man durch die Schule zeitlich eingeschränkt und ich habe auch schon oft erlebt, dass dieses Ehrenamt von vielen Lehrern nicht anerkannt wird, da sie gar nicht wissen, wie viel Arbeit dahinter steckt. Neben wichtigen Treffen, wie zum Beispiel Plenartagungen, Arbeitskreissitzungen oder Projektgruppentreffen, ist es manchmal sehr schwierig, wenn dazu noch der Schulstress kommt. Auf Dauer kann dies ziemlich anstrengend sein, aber im Endeffekt überwiegt für mich die Motivation.

 

Welche Themen bewegen Euch als Lobbyisten der Schülerschaft Sachsen-Anhalts momentan am stärksten?

Wir befassen uns im Moment stark mit Themen wie Unterrichtsversorgung, Schulsozialarbeit, Schulgesetzänderung und Förderschulen.

 

Welche Tipps für eine wirksame Schülervertretungs-Arbeit könnt Ihr geben?

 Es ist immer sehr wichtig, zielstrebig zu arbeiten, um zu schaffen, was man sich vornimmt. Ebenso spielt Durchsetzungsvermögen eine große Rolle.

Michael Arndt - oder: das Prinzip Polylux

12. Oktober 2017, Allgemein, Digitale Bildung

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Michael Arndt – oder: das Prinzip Polylux

Es ist ein bisschen wie beim Klassenausflug. Michael Arndt hat sein Smartphone gezückt. Alle, die um ihn herumstehen, auch. Er erklärt „Actionbound“. Das ist kein Computerspiel – eher eine digital aufgemotzte Schnitzeljagd. Die Medienpädagogischen Berater des Landes Sachsen-Anhalt erfahren, wie man dieses neue „Instrument“ gewissermaßen bildungswirksam macht. Z.B. indem dort einzelne Stationen einer Stadtrallye mit einem Quiz à la „Wer wird Millionär?“ kombiniert werden. Wenn man will, „quizzt“ man in einer Fremdsprache. So kann der nächste Klassenausflug fachübergreifend Wissen und Kompetenzen fördern.

Michael Arndt ist der Chef der derzeit zehn Medienpädagogischen Berater des Landes, er ist Referent in der Fachgruppe „Schulische Medienbildung“ im Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA). Mit Medienbildung ist er seit 1991 befasst. Er überblickt jetzt mehr als ein Vierteljahrhundert  technologischer Innovation in Schule und um Schule herum - vom Polylux bis zum Smartphone, vom ersten Computer im Schulsekretariat bis zum modernen Bildungsserver des Landes mit Bildungscloud. Seine erste Fortbildung, die er angeboten hat, thematisierte die Erstellung eines Videos: Schnitt mit Camcorder und Videorecorder, später zwei Videorecorder als Zuspieler, einen als Aufnahmegerät, dazwischen ein Videomixer, ein Textgenerator und hinten dran ein Monitor. „Da reisten wir bei drei Arbeitsgruppen oft mit einem Anhänger an.“ Heute hat man mit einem Smartphone ein komplettes Video-, Foto- und Tonstudio in der Hosentasche. 

 „Rückblickend war’s besonders schön, dass und wie wir gemeinsam mit den Kollegen aus Niedersachsen gelernt und Schritt für Schritt die neuen Medien in den Unterricht gebracht haben. Auf Augenhöhe!“ Dass sich die medienpädagogischen Berater mit ihrem Chef im Zweimonatstakt treffen, um die Arbeit zu strukturieren, aktuelle Probleme anzusprechen, das  zeigt, wie wichtig auch im digitalen Zeitalter die persönliche Begegnung und der Diskurs auf Augenhöhe sind.

Michael Arndt weiß, dass alle, die mit Innovation in Schule umgehen müssen, Lehrkräfte und Lernende, vor allem eines wollen: „Es muss funktionieren. Prinzip Polylux: Gerät justiert, angeschaltet. Los geht’s. Funktioniert neue Technik nicht, kostet es Bildungszeit.  Wenn neue Technik nicht so einfach und verlässlich wie ein Polylux funktioniert, entsteht  Abneigung, sie überhaupt einzusetzen. Bei manchem wird aus Abneigung sogar Aversion, die dazu führt, dass moderne, innovative Medientechnik kaum genutzt wird.“

Es gibt Technikverweigerer, Skeptiker, aber auch Befürworter und Enthusiasten, die die Chancen der neuen Medien im Blick haben. Arndt gehört dazu. Aber er ist ein kritischer Geist, prüft  die Sinnhaftigkeit jeder Innovation, auch die Kosten für die Schulen, organisiert die Lehrerfortbildung, kümmert sich mit seinen Kollegen um Lizenzen, informiert die Schulen via Bildungsserver. Er kennt noch die Generation der ersten Beamer in der Preisklasse von 30.000 DM. Heute sind Beamer netzwerkfähig und in der Preisklasse unter 1000 Euro zu bekommen. Smartboards, Tablets, Laptops haben Einzug gehalten in die Schule. Funktionierende Technik, dazu schnelles Internet mit dem vom Digitalisierungskabinett in Sachsen-Anhalt im August 2017 beschlossenen Glasfaseranschluss für alle Schulen bis 2018: Das ist nur die eine Facette für erfolgreichen modernen Unterricht. Konzepte für den Einsatz der neuen Medien heißt die andere Facette. „Die Schulen stellen mit Hilfe der Schulträgern die digitalen Werkzeuge bereit, damit die Schülerinnen und Schüler entlang des Fachlehrplans im Fachunterricht, aber auch in fachübergreifenden Projekten die Kompetenzen für die digitale Welt erwerben können.“ Am besten auf der Basis eines Medienbildungskonzeptes, das zum jeweiligen Profil der Schule passt. Die Vermittlung von Medienkompetenzen ist für alle Schulen ab dem Schuljahr 2018/19 verpflichtend. Medienbildungskonzepte sollen bis zum Schuljahr 2020/21 in jeder Schule vorliegen. Die Handreichung des LISA, geschrieben von Michael Arndt, die die Arbeit der medienpädagogischen Berater unterstützt, liegt vor. Michael Arndt will, dass das Projekt gelingt. Das ist noch anspruchsvoller als ein gelungener Klassenausflug.

 

Bildungsminister Tullner begrüßt mongolische Auszubildende

12. Oktober 2017, Allgemein

23 mongolische Auszubildende begrüßte Bildungsminister Marco Tullner gemeinsam mit Susanne Rabe, Geschäftsführerin der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt und Gerald Bock, Leiter des Bau-Bildungs-Zentrums des Vereins zur Berufsförderung der Bauindustrie in Sachsen-Anhalt e. V.

Die Idee zur Ausbildung der jungen Menschen in Sachsen-Anhalt entstand bei dem Besuch einer mongolischen Delegation im Verein zur Berufsförderung der Bauindustrie in Sachsen-Anhalt e. V. Durch die Bereitschaft mehrerer Unternehmen aus Sachsen-Anhalt gelang es, die Berufsausbildung zu Straßenbauern bzw. Rohrleitungsbauern zu initiieren. Mit dabei sind von Unternehmerseite u.a. die STRABAG AG Magdeburg, GP Verkehrswegebau GmbH Halle, Busse Bau GmbH Magdeburg, Tief- und Spezialbau Halle GmbH und ITB Ingenieurtiefbau GmbH Schönebeck.

Bildungsminister Marco Tullner wünschte den Auszubildenden und allen beteiligten Partnern beste Erfolge für die berufliche Ausbildung und signalisierte Interesse am Fortgang dieses Projektes, das zum einen der Fachkräftesicherung von Baubetrieben in Sachsen-Anhalt und zum anderen der Kooperation zwischen der Mongolei und Sachsen-Anhalt im Bildungsbereich dient.

Vorbereitung des Schuljahres 2017/18

10. Mai 2017, Allgemein

Schon viele Monate vor Beginn des neuen Schuljahres beginnen hinter den Kulissen die Vorbereitungen für einen reibungslosen Start. Auch der Landtag von Sachsen-Anhalt beschäftige sich kürzlich mit der Schuljahresvorbereitung 2017/2018. Bildungsminister Tullner nutzte die Debatte um allen Lehrkräften für ihr tägliches Engagement zu danken. Er erklärte darauf, welche Maßnahmen das Ministerium und das Landesschulamt aktuell unternehmen, um ein stabiles Schuljahr zu organisieren. 

Seine Rede in Auszügen:

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Ministerpräsident Haseloff und Bildungsminister Tullner als Physiklehrer

08. Mai 2017, Allgemein

Die Verabredung resultierte aus einem Twitter-Dialog zwischen Bildungsminister Marco Tullner und Ministerpräsident Dr. Rainer Haseloff. Bereits 2016 lud Tullner Haseloff dazu ein, mit ihm eine Unterrichtsstunde zu gestalten. Mittlerweile folgten einer gemeinsamen Physikstunde an der Magdeburger Gemeinschaftsschule "Oskar Linke" zum Wirkprinzip des Elektromotors weitere an der Landesschule Pforta (Elektronenstrahlenröhre) und kürzlich am Liborius-Gymnasium in Dessau-Roßlau, die sich dem Impuls und der Impulserhaltung widmete.

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